war starts here camp 2013

Nach einem erfolgreichen ersten Anlauf, wird es auch dieses Jahr wieder ein internationales War Starts Here-Camp gegen das Gefechtsübungszentrum (GÜZ) in Sachsen-Anhalt geben.

Vom 21. - 29- Juli sind alle eingeladen gemeinsam antimilitaristisch zu campen, diskutieren und Aktionen zu starten.

Das War Starts Here-Camp richtet sich allgemein gegen jeden Krieg und die fortschreitende Militarisierung der Politik, der gesellschaftlichen Bereiche und des Alltags. Im Speziellen richtet sich unser Camp gegen das in der südlichen Altmark angesiedelte GÜZ und dessen besondere Bedeutung für die aktuellen Kriege und Aufstandsbekämpfung der BRD sowie verschiedener NATO-Staaten. Das GÜZ ist einer der größten und der modernste Truppenübungsplatz Europas. Verschiedene Formen von Militarisierung, Krieg und Aufstandsbekämpfung laufen hier zusammen. Wir wollen sie markieren, blockieren und sabotieren!

Camp: News & Termine | Aufruf | Aktionen | Programm | Infos, Materialien & Karten | Hintergrundtexte | Mobi-Paket | Praktisches, Rechtliches & Anreise

Aktionstag: Aufruf

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Texte und Diskussionen: Reader zum Camp | 'Start The Word - Krieg den Brief' | Broschüre zur Ausstellung 'Störmanöver an der Heimatfront' | Militär in den Straßen - Einige Fragen zum NATO-Bericht 'Urban Operations in the Year2020'

Videos: Geschichte des GÜZ | Geheimprojekt Hillersleben-Doku über das GÜZ Teil 1, Teil 2, Teil 3 | Bericht zu Schnöggersburg (mdr) | Bericht zu Camp (mdr) | Videoschnitt zum Camp 2012 | Virtueller Rundgang durch die Ausstellung "Störmanöver an der Heimatfront" |

Archiv: Camp 2012

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Das Camp 2013 - Ohne euch geht gar nichts!

Nach einem erfolgreichen ersten Anlauf im letzten Jahr, werden wir auch dieses Jahr wieder unseren Protest in die "Höhle des Löwen" tragen. Am Gefechtsübungszentrum des Heeres (GÜZ) Altmark werden wir zusammen antimilitaristisch campen, diskutieren und Aktion starten.
Dieser Artikel soll euch einen knappen Überblick über alle wichtigen Infos geben. Für weitere Details schaut unter warstartsherecamp.org nach!

war starts here camp 2013



Der genaue Camp-Platz wird noch bekannt gegeben, befindet sich aber wieder in unmittelbarer Nähe zum GÜZ. Eine Anreise mit öffentlichen Verkehrsmitteln ist möglich, ein Shuttle-Service soll euch die Möglichkeit geben, vom Bahnhof direkt zum Camp zu kommen und während des Camps in der Gegend mobil zu sein.Awarens-, Out-Of-Action- und Sani-Strukturen werden ebenso ein Teil des Camps sein, wie ein Info-Punkt, ein EA und Anwält_innen vor Ort. Und natürlich eine vegane Volxküchen-Crew ('food for action'). Viele Bereiche, wie zum Beispiel das Camp-Schutz-Konzept leben von der Selbstbeiteiligung aller Camper_innen - natürlich betreiben wir keinen Camping-Platz. So läuft alles nur, wenn sich alle auch an den praktischen Dingen des Camp-Alltags beteiligen... klarometer, oder? Der Aufbau des Camps beginnt am Sonntag. Auch dieses Jahr wird es wieder einen 'Yes-We-Camp-Treck' aus dem Wendland in die Altmark geben. Dieser trifft auf einer Zwischenetappe mit der feministischen und antimilitaristischen Barkasse, die von Hamburg nach Magdeburg tourt, zusammen.

Die Woche während des Camps gliedert sich in folgende Abschnitte: Ab Montag starten die Diskussionen. Wir als Camp-Vorbereitung setzen zwar Schwerpunkte und bereiten einiges vor, das Camp bleibt aber eine Mitmachveranstaltung. Bringt Ideen mit, erzählt, was ihr wisst. Die Woche wird so lebendig und interessant, wie wir alle sie gestalten.

In den Diskussionen wollen wir uns an 4 Tagen folgenden Fragestellungen widmen: Was ist Krieg? - Was ist 'hier'? - Schafft 1, 2, viele Analysen! - Was tun?' Wir wollen keine Podiumsdiskussionen, sondern einen Austausch unter allen Teilnehmer_innen, denn nur so kann eine lebendige linke Politik weiterentwickelt werden. Beim War Starts Here-Camp im letzten Jahr entstand die Idee, die dort oft nur angerissenen Diskussionen in Form von Offenen Briefen 'Start the Wort - Krieg den Brief!' fortzusetzen. Einige Briefe sind eingetroffen und geben einen kleinen Einblick in die Diskussionen, lest & schreibt selbst!

Der gesamte Freitag bietet Raum, sich auf den Aktionstag gegen das GÜZ am Samstag, den 27. Juli vorzubereiten. Unter dem Motto, den militärischen Normalbetrieb zu stören, rufen Antimilitarist_innen dazu auf, das GÜZ von allen Seiten zu entern und in der Region vielfältig aktiv zu sein. "Wir werden das Camp in den Tagen vor dem Aktionstag nutzen, um uns vorzubereiten. Es wird Möglichkeiten geben sich Kompliz_innen für Banden und Bezugsgruppen zu suchen, Informationen über das Gelände zu sammeln und Ausflüge dorthin zu machen. Auch wird es dort den Raum geben, sich Gedanken über unsere Möglichkeiten zu machen und darüber was ihr wie machen wollt. Nicht zuletzt können wir dort den Umgang mit Karte und Kompass lernen. Es wird genug Zeit geben um, wenn gewollt kollektive Absprachen mit anderen Banden zu treffen.", so heißt es im Aufruf zum Aktionstag.

Kasernen Hillersleben

Nach einem hoffentlich nicht weniger erfolgreichen Aktionstag als im letzten Jahr, heisst es dann am Sonntag 'Let's Dance'. Wir werden die Wunden lecken und die Füße kühlen. Konzerte und eine kleine Party versüßen uns den Ausklang einer spannenden und erkenntnisreichen Woche. Am Montag werden wir gemeinsam das Camp abbauen und möglichst kollektiv und motiviert für die Zukunft nach Hause aufbrechen.

Das Programm des Camps ist insofern vorläufig, weil es auf Euch ankommt und darauf, was Ihr mitbringt. Daher: Wir bitten Euch, das Programm als Rahmen und Struktur zu verstehen und als Aufforderung, Euch mit Euren Inhalten und Schwerpunkten einzubringen und es in Form von Workshops, Vorträgen, Bastelstunden und anderen Angeboten weiter zu füllen. Näheres zum Programm findet ihr hier




Der Aktionstag gegen das GÜZ 2013

27.07.2013 - Aktionstag

Am Samstag, den 27. Juli rufen Antimilitarist_innen dazu auf "am, ums, unter, über und auf dem GÜZ aktiv zu werden" und neben altbekannten Aktivitäten die eine oder andere Idee der vorausgegangenen Woche gleich vor Ort umzusetzen. In einem Aufruf zum Aktionstag wird angekündigt:

"Lasst uns die militärische Normalität des GÜZ markieren, blockieren und sabotieren. Ob in kleinen oder größeren Banden - Bullen und Militärs werden uns nur schwer aufhalten können, wenn wir das GÜZ von allen Seiten entern und überall in der Region vielfältig aktiv sind. Hier beginnt der Krieg - Hier wollen wir ihn aufhalten!Das von Rheinmetall betriebene 232km² große Militärgelände ist mit 15 x30 km riesengroß und nur an sensiblen Punkten eingezäunt (z.B. Zentrale, Kasernen, Funkmasten). Weitere Infrastruktur wie Übungsdörfer, Straßen und Wege, Biwaks, Gebäude, Schienen, etc. sind überall auf dem Gelände verstreut. Wälder und Heidegras bieten viel Raum zum spontanen auf- und abtauchen. (Aber bitte nur 80cm tief - bis dahin ist das Gelände von alter Munition der letzten Jahrzehnte geräumt.) Inzwischen wird bei Übungen nicht mehr scharf geschossen, sondern Krieg mit Laser und Rauchbomben simuliert.

Die Erfahrungen vom ersten Aktionstag im letzten Jahr zeigen: 1000 Bullen und 500 Feldjäger_innen konnten uns nicht alle stoppen. Viele Menschen gelangten auf das Gelände und sogar ins laufende Manöver.?Wir hörten von viel pinker Farbe und Parolen auf militärischer Infrastruktur, von Störungen des Manövers, einem dabei angesprühten Panzer, einem Friedenskonzert in Schnöggersburg, Kundgebungen, einer Spontandemo, von Transparenten auf dem GÜZ und umgestalteten oder fehlenden Grenz-Schildern, ... Auch wenn der Militärbetrieb entgegen aller Erwartungen durch unsere Präsenz auf dem Gelände nicht abgebrochen wurde - es war so einiges möglich!Auf gemachte Erfahrungen wollen wir aufbauen. Ob als Wandergruppe, Pilzsammler_innen oder Fahrradtour, ob als selbstorganisierte Bande oder anschlussfähiger Zusammenhang, ob auf dem GÜZ oder drumherum: Es ist möglich, mit vielfältigen Aktionsformen die kriegerische Normalität zu stören.

Bildet Banden! Schnappt euch eure Freund_innen, Gruppen und Zusammenhänge und bereitet euch vor! GÜZ-Spaziergänge, Lesen des Readers, Karten, Aktionsmaterial und Kompass helfen Standpunkte und Ziele zu finden. Lasst uns gemeinsam mit dem lokalen Widerstand und einer breiten antimilitaristischen Beteiligung das kriegerische System markieren, blockieren und sabotieren!"



Weiter Infos, praktische Tipps, Berichte etc. findet ihr unter aktionstag.noblogs.org




Das "Gefechtsübungszentrum des Heeres" - modernster Truppenübungsplatz für die NATO




Die Geschichte des Platzes beginnt schon 1888 mit dem 'Tangerhütter Schießplatz'. 1935, nach der Zwangsumsiedlung vieler Heidedörfer (wie z.B. "Schnöggerburg"), eröffnete die dt. faschistische Wehrmacht hier ihre "Heeresversuchstelle": Geschütze jeder Art wurden getestet (z.B. die größte Artillerie der Welt "Dora"), Ausbeutung von Zwangsarbeiter_innen gehörte zum Alltag. Gegen Kriegsende wurden tausende KZ-Gefangene bei sg. "Todesmärschen" ermordet (siehe "Feldscheune Isenschnibbe").
1945-1993 war es einer der größten TÜP der Roten Armee und NVA. Danach sollte das Gelände eigentlich zum Teil zivil genutzt werden ("Heidekompromiss"), eine BI ("Offene Heide") gründete sich. Der Beschluss wurde später jedoch gekippt, das GÜZ wurde gebaut und das gesamte Gelände 2001 in Betrieb genommen.

Diesen Ort, ein Militärgelände von 232km2 Fläche mitten in Deutschland, zum Schauplatz antimilitaristischer Aktionen zu machen hat mehrere gute Gründe.Der Truppenübungsplatz in der Altmark ist heute europaweit nicht nur einer der größten, sondern auch der technisch modernste Militärplatz seiner Art und somit für Bundeswehr, EU-Gendarmerie-Forces und verschiedene NATO-Armeen ein wichtiges Trainingsareal. Im Rahmen eines Public-Private-Partnership (PPP) vermietet "Rheinmetall Dienstleistungszentrum Altmark GmbH" das Gelände an die Bundeswehr und andere europäische Armeen. Sie ist Dienstleisterin der gesamten Technik und Logistik und leistet die Vorarbeit für die militärischen Analysen. Alle Bundeswehr-Soldat_innen, die in einen Auslandseinsatz geschickt werden, müssen sich unmittelbar vorher einem zweiwöchigen Kampftraining im GÜZ unterziehen. An 250 Tagen im Jahr herrscht hier Hochbetrieb. Hier wird Krieg geübt, ausprobiert, vorbereitet - mit jährlich bis zu 25.000 Soldat_innen. Ob in großen Kampfverbänden, der Häuserkampf oder das "Verhalten gegenüber einer aufgebrachten Menschenmenge".

In sechs kosovarisch oder afghanisch imitierten Dörfern wird unter möglichst realistischen Bedingungen trainiert. Zuhilfe kommen dem nicht nur verkleidete Statist_innen, Rauchbomben, Soundeffekte und Kunstblut, sondern vor allem das AGDUS (Ausbildungsgerat Duellsimulator)-System: Alle Soldat_innen, sowie ihre mitgebrachten Waffen und Kriegsgeräte werden in der GÜZ-Zentrale mit Lasertechnik ausgerüstet. Damit wird im Rechenzentrum haargenau registriert, wer wann wo geschossen hat oder getroffen wurde, so ist es möglich, unmittelbar interaktiv ins Trainingsgeschehen einzugreifen. Beim Training fällt kein einziger scharfer Schuss. Nur ein Piepton signailisiert den Soldat_innen die Schwere der eigenen Verletzung, beziehungsweise einen "Totalausfall", ihren Tod. Alle Truppenbewegungen werden außerdem mit Hilfe eines GPS-Satteliten und Kamerateams registriert und aufgezeichnet. Während oder unmittelbar nach dem Training erfolgt in der Kommandozentrale eine Auswertung des Übungseinsatzes, oder z.B. auch im mobilen Kino direkt vor Ort.




Das "Urbane Kampfzentrum Schnöggersburg" - Aufstandsbekämpfung: ein deutscher Exportschlager

Nach aktuellen Analysen der NATO werden sich Konflikte zukünftig (und gegenwärtig!, Anm. der Autor_innen) mehr und mehr in den Metropolen und wachsenden Städten dieser Erde abspielen. Krisen, soziale Unruhen und Aufstände müssen nach militaristischer Logik militärisch bekämpft werden, und dafür wurden und werden von Forscher_innen und Militärs verschiedene Aufstandsbekämpfungs-Strategien entwickelt. Es geht um eine Form der Aufstandsbekämpfung, wobei Operationen nicht als rein militärische Auseinandersetzungen, sondern als umfangreiches Konzept der Kontrolle, Manipulation und Bekämpfung unliebsamer Teile der Bevölkerung umgesetzt werden sollen.

Im NATO-Papier Urban Operations 2020 skizziert eine hochkarätige Arbeitsgruppe aus sieben NATO-Staaten den Krieg der Zukunft als urbanen Krieg, in dem die Bebauung, Infrastruktur und Bevölkerungsdichte traditionelle Taktiken an ihre Grenzen stoßen lassen. Es geht nicht mehr in erster Linie um den Kampf gegen eine feindliche Armee, sondern um 'asymmetrische Bedrohungen', Aufstände und Chaos in der Ära unübersichtlicher Mega-Cities mit ausgeprägten sozialen Konflikten. Ziel ist nicht mehr die einmalige Eroberung einer feindlichen Stadt durch hohe Feuerkraft, sondern die langfristige Kontrolle des Territoriums und der Bevölkerung durch die Besetzung neuralgischer Punkte, den Einsatz 'nicht-tödlicher Waffen', die Schaffung von Informationshegemonie, zivil-militärische Zusammenarbeit. Urbane Operationen müssten "das gesamte Konfliktspektrum" abdecken, insbesondere die Fähigkeiten zu "selektiven Zerstörungsmaßnahmen" und zur "Abriegelung" ganzer Stadtteile seien weiterzuentwickeln, heißt es.

Um diese und weitere Ideen vom Papier in die soldatischen Köpfe zu kriegen, wird vermehrt das Agieren in urbanem Gebiet trainiert, einschließlich des Einsatzes "unbemannter Flugsysteme und Bodenfahrzeuge". Ziel sei es, dies so realistisch wie möglich zu üben, erklärte der ehemalige Leiter des Gefechtsübungszentrums, Oberst Sladeczek. Hierfür wird nun extra für militärische Übungszwecke eine Grosstadt auf dem GÜZ gebaut: Schnöggersburg.



Ende 2012 wurde der 'Erste Spatenstich' für die größte militärische Kulissen-Stadt Europas zelebriert. Sie wird sechs km2 groß werden und über 500 Häuser haben: mit einer Innen- und Altstadt inklusive Einkaufsmeile, mit Einfamilienhäusern, Hochhäusern und Plattenbauten, Kirchen und Moscheen, landwirtschaftlichen Betrieben, Kanalisation, einem künstlich angelegten 30m breitem Fluss, einem Stadion, einem Industriegebiet und Regierungs- sowie einem Elendsviertel. Hinzu kommen Eisenbahnschienen mit Bahnhof, U-Bahn-Tunnel und -Stationen, Straßenzüge und Plätze, ein Autobahn-Abschnitt und eine Flug- bzw. Landebahn, auf der sogar der A400M (großes Militärflugzeug) landen kann. Bis zu 1500 Soldat_innen werden hier gleichzeitig 'Krieg spielen' können. Der Kostenpunkt für diese Geisterstadt liegt derzeit bei 100 Millionen Euro aus öffentlichen Kassen (es ist allerdings schon jetzt ersichtlich, dass diese Summe wie bei allen Großprojekten erheblich steigen wird).

Weltweit stößt dieses Pilotprojekt bei Militärfans auf großes Interesse. Deutschland bzw. die Bundeswehr hat im Bereich Aufstandsbekämpfung bereits Vorreiterrolle. Es gibt schon jetzt internationale Anfragen, z.B. aus Russland, das ebenfalls gerne ein 'Schnöggersburg' hätte. Rheinmetall wird es ihnen umsetzen. Denn die 100-Millionen-Euro-Geisterstadt bietet für jedes urbane Szenario - ob nah oder fern den richtigen Übungsraum. Oberst Matz, auch ein ehemaliger Leiter des GÜZ, sagte einst, diese "Fabelstadt könnte überall auf der Welt stehen".




Ein Camp am GÜZ? - Löwenhöhle und Kristallisationspunkt

Natürlich gab es einige Überlegungen, wo ein solches War Starts Here-Camp stattfinden kann. Es gibt viele Militär-Standorte, viele zentrale Orte, an denen 'Krieg beginnt' und die unsere antimilitaristische Aufmerksamkeit 'verdienen'.

Das GÜZ hat für uns allerdings die Bedeutung eines Ortes, an dem unglaublich viele Facetten der Militarisierung zusammenlaufen. Auch das "zivile Umland" des GÜZ ist durch die schon über 100-jährige Existenz des TÜPs von Militarisierung durchdrungen. Viele verschiedene Ansatzpunkte für Diskussionen und Aktionen lassen sich hier finden.

Zugleich scheint uns das GÜZ in seiner Bedeutung wesentlich und herausragend für das Militär in ganz Europa zu sein, was sich durch den Bau von "Schnöggerburg" erhöhen wird. Ein sensibler - ein wunder Punkt, der erst durch das Camp im letzten Jahr eine internationale mediale Öffentlichkeit erhielt. Es scheint uns richtig und wichtig zu sein, in dieser Wunder weiter und tiefer zu kratzen, zumindest läge der antimilitaristische Finger in einer der derzeit bedeutendsten, unmittelbarsten und zugänglichsten Verwundbarkeiten deutscher Kriegsinfrastruktur.

Auch haben wir uns Gedanken über einen möglichen Kristallisationspunkt für die nicht gerade gut aufgestellte antimilitaristische (Noch-Nicht-)Bewegung gemacht. Ein solcher Kristallisationspunkt kann dem Bewegungsaufbau und deren Verstetigung und vor allem der erhöhten Sichtbarkeit der ansonsten diffus und unzusammenhängend erscheinenden dezentralen Einzel-Auseinandersetzungen dienen. Die These ist, dass wir mit einem z.B jährlich stattfindenden "Widerstands-Event" auch hier die in Form und Inhalt durchaus unterschiedlichen, teils hochaktiven Einzelkämpfe bündeln und damit sichtbarer machen können. Wir fragen (nicht ohne Empathie), ob eine kontinuierliche Auseinandersetzung um das Gefechtsübungszentrum in der Altmark eine Kandidatin für einen (regelmäßig heimgesuchten) antimilitaristischen Kristallisationspunkt sein kann?


 

Kurzer Rückblick - das Camp und der Aktionstag 2012

Aufgrund einer weit verbreiteten Durchdrungenheit des Militärischen in zivilen Behörden und der lokalen Bevölkerung und wegen Repressionen z.B. durch das LKA, gab es im Vorfeld zum Camp den 'Yes-We-Camp-Treck' aus dem Wendland in die Altmark, um den Marktplatz in Letzlingen (Standort der Kommandozentrale) zu besetzen. Motto der Aktion war: "Jedes Camp braucht seinen Platz - gegen die militärischer Durchdringung zivilier Lebensbreiche!".



Das Camp fand dann doch wie geplant in einiger Entfernung (12km) zum GÜZ statt. Die Kundgebung in Letzlingen blieb als dauerhafter Anlaufpunkt während der gesamten Zeit erhalten.

Ca. 150 bis 250 Menschen waren permanent auf dem Camp, die Infrastruktur wurde gemeinsam aufgebaut und aufrecht erhalten, es kam jedoch erst gegen Ende des Camps so richtig ins Rollen. Auch deswegen wird das Camp dieses Jahr länger sein, als es 2012 war. Ein weiterer Grund ist: es hätte mehr Raum für Diskussionen geben können, dem Bedarf hieran soll dieses Jahr Genüge getan werden.

Die Atmosphäre auf dem Camp wurde von vielen als angenehme und hierarchie-frei beschrieben. "Eine Woche lang so leben, wie wir es uns vorstellen, wofür wir kämpfen..." Außerhalb unseres Schutzraumes "Camp" wurden nahezu alle von uns durch die Bullen mehrfach kontrolliert und durchsucht. 700 Personalien-Feststellungen bei insgesamt ca. 500 Camp- und Aktionstags-Teilnehmer_innen ist (700x) zu viel!

Doch auch eine Allgemeinverfügung (noch nie dagewesenen Ausmaßes), die jegliche Zusammenkünfte in einigem Abstand rund ums GÜZ untersagte, konnte schließlich nicht eine erfolgreichen Aktionstag verhindern. Viele Kleingruppen waren im und rund ums GÜZ unterwegs und haben vielfältige Aktionen hinbekommen. Einen guten Rückblick mit verschiedenen Analysen, Erfahrungsberichten, Diskussionsbeiträgen und Bildern bietet der Reader zum War Starts Here-Camp 2012

Am letzten Camptag hatten wir ein schönes Abschlussplenum und eine tolle Party, die viele nicht vergessen werden: Dass wir nach all den riesigen Anstrengungen, die dies alles auch mit sich gebracht hat, so voller Energie waren, die ganze Nacht miteinander zu tanzen, hat uns erstaunt.Die Woche hat uns mehr Energie gegeben, als sie benötigt hat, vorbereitet zu werden. Unser klares und schwungvolles Fazit danach war und ist:

Lasst uns an die Erfahrungen vom letzten Jahr anknüpfen!
Krieg beginnt hier - und kann hier aufgehalten werden!





 

Kontakt, Spenden und noch mehr Infos ...

Wollt ihr Kontakt aufnehmen, wollt ihr uns logistisch unterstützen, wollt ihr Veranstaltungen zum Camp machen, wollt ihr uns einfach nur mal was fragen oder wollt ihr gar etwas spenden?? Super! Wir freuen uns über eure Zuschriften.

Wie gesagt, ihr findet viele weitere (und aktuelle) Infos, Kontakt-Mailadressen, Texte, Materialien und weiterführende Links auf dem Internetauftritt des Camps: warstartsherecamp.org







Quelle: http://de.indymedia.org/2013/07/346455.shtml

 

out now: war-starts-here Reader

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Dieses etwas dicker geratene Heftchen soll Einblicke, Auswertungen und Zukunftsvisionen von Diskussionen und Aktionen des war-starts-here Camp 2012 ermöglichen. Ein Teil der Beiträge sind Einblicke und Nachbereitungen der Vorbereitungsgruppe, andere wurden uns zugeschickt, wieder andere haben wir im Netz
entdeckt.

 

 

Zu thematisieren gibt es eine Menge:

  • die leidige Campplatzsuche in einer doch eher feindlich gesinnten Gegend;
  • der Versuch, einen roten Faden durch die
  • Diskussionen zu spinnen;
  • die ungeahnt erfolgreichen Aktionen;
  • das Zusammenspiel von unterschiedlichen
  • Akteur_innen am Aktionstag;
  • und die uns leider nicht erspart gebliebeneRepression.

Wir hoffen, dass sich viele lokale Grüppchen zusammenfinden, die Lust auf lesen, diskutieren, Briefe schreiben, markieren, blockieren und sabotieren haben. Der Grundstein für die Übungsstadt Schnöggersburg ist am 3.10.2012 gelegt worden. Und es gibt tausende Möglichkeiten, Schnöggersburg und das Kriegsgeschäft anzugreifen und aufzuhalten, wir haben gerade erst angefangen...

Viel Spaß und Anregungen beim Lesen! Wir freuen uns weiterhin über Feedback und Kritik. Bis dann im Sommer 2013 zum nächsten Camp, wenn das Aus für GüZ und Bundeswehr naht...

camp 2013 - vorbereitungsgruppe

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