Veranstaltungsreihe gegen militärisch-zivile Totalerfassung

Was bestimmt unser Leben? 
Ein Versuch aus der digitalen Totalerfassung auszubrechen

Die Medien sind voll mit Berichten staatlicher Datenspionage ungeheuren Ausmaßes, die Edward Snowden öffentlich gemacht hat. Bradley Manning wurde zu 35 Jahren Gefängnis verurteilt, weil er Wikileaks u.a. Informationen zu extralegalen Hinrichtungen der US Army zuspielte. Der „Verrat“ soll skandalös sein, über die (Hinter-)Gründe der massenhaften Datenerhebungen wird geschwiegen. Was passiert heute millionenfach im Netz, wo spenden wir selbst die Daten, die uns im Alltag zu Marionetten von Google und Facebook machen? Wie versucht der Staat das „normale“ Leben zu scannen, um Abweichungen zu erkennen und dann zu sanktionieren? Wir suchen in den Veranstaltungen nach kreativen Möglichkeiten, aus diesem Irrsinn auszubrechen.

 

26. Sep | GLOBALE KONTROLLGESELLSCHAFT - den digitalen Zugriff blocken     
      19:30 Uhr | Alte Feuerwache Köln (Großes Forum) | Melchiorstr. 3
Wie können wir der Überwachungsstaatengemeinschaft und ihren Erfüllungsgehilfen bei der Totalerfassung all unserer Lebensäußerungen in die Suppe spucken? Als freiwillige und unfreiwillige Datenspender suchen wir nach kollektiven Verweigerungs- und Blockademöglichkeiten und nehmen unserem Gegenüber in der Bahn die Google-Brille ab.  [Einführungstext]
 

10. Okt | DROHNEN - militärisch zivile Allzweckwaffe     
      19:30 Uhr | Naturfreundehaus Köln-Kalk | Kapellenstr. 9a
Ob bewaffnet oder unbewaffnet sind diese militärisch-zivilen Beobachtungs- und Tötungsmaschinen unverzichtbarer Teil der künftigen Kriegsführung gegen innere und äußere „Feinde“. Eine feministische Technologiekritik wirft die Frage auf, warum beobachten eigentlich Maschinen Menschen?
[Einführungstext]

24. Okt | UNTER VERDACHT - Überwachung auf Vorrat    
      19:30 Uhr | Allerweltshaus Köln | Körnerstraße 77
Welche Methoden der behördlichen Bewegungsschnüffelei werden bereits angewandt? Von der erkennungsdienstlichen Erfassung von Großdemonstrationen über die Funkzellenauswertung ganzer Stadtteile und der automatischen Kennzeichenerfassung auf Autobahnen und Landstraßen bis zur Zwangs-DNA-Entnahme sogenannter Verdächtiger.
 

7. Nov | INDECT – automatisierte Kontrolle der Zukunft     
     19:30 Uhr | Allerweltshaus Köln | Körnerstraße 77
Millionen werden von der EU für Forschungsprojekte ausgeben, um nicht-normales Verhalten zu definieren und detektieren. Indect ist eines der umstrittensten Projekte und vereint viele alte und neue Technologien zu einem umfassenden Überwachungsansatz, der sowohl auf den öffentlichen Raum als auch auf das Internet abzielt.
[Einführungstext]
 

21. Nov | VERSICHERHEITLICHUNG - Legitimation der Kontrollgesellschaft    
     19:30 Uhr | Naturfreundehaus Köln-Kalk | Kapellenstr. 9a
"Sicherheit ist ein Supergrundrecht" (Innenminister Friedrich), auf dessen Grundlage schon mal einige Kriege geführt, Flüchtlingsboote zum Kentern gebracht und Bevölkerungen ausgespäht werden müssen... Was noch sind wir eigentlich bereit, im Namen der Sicherheit billigend in Kauf zu nehmen? Anstöße und Diskussion zum Begriff "Sicherheit".

5. Dez. | 1914 – 2014. KRISE, KÄMPFE, KRIEG: der gemeinsame Nenner?
     19:30 Uhr | Allerweltshaus Köln | Körnerstr. 77
Unter der Überschrift „Was bestimmt unser Leben ?“ haben wir in fünf Veranstaltungen Drohnen, Kontrolle, Überwachung, Versicherheitlichung behandelt. Doch was ist ihr gemeinsamer Nenner? Wir finden ihn, wenn wir sie als strategische Stränge einer Innovationsoffensive begreifen, die ihren entscheidenden Schub in den 90er Jahren erhielt. Ausgehend von den Schlüsselindustrien der Informationstechnologien vollführen sie einen Angriff zur umfassenden Zerstörung der alten und Herstellung neuer Lebensverhältnisse.
[Einführungstext]

 

VeranstalterInnen: Antifa-Referat AStA Uni Köln, Antifa-AK Köln, Bundeswehr-Wegtreten, DFG-VK Köln, Interventionistische Linke Köln, Stiftung W