Uni/Forschung

An vielen Universitäten findet im Zuge einer mehr oder weniger schleichenden Militarisierung ausgedehnte Kriegsforschung statt.  Betroffen sind mitnichten nur natur- und ingenieurwissenschaftliche Fachbereiche, sondern ebenso die Sozialwissenschaften. Als Reaktion darauf organisiert sich nun allerdings auch antimilitaristischer Widerstand. Studierende und Wissenschaftler_innen fordern mindestens die Aufnahme einer Zivilklausel in die Grundordnung ihrer jeweiligen Universität. Deren Einhaltung muss jedoch kritisch überprüft werden, denn sie ist leider keine Gewähr dafür, daß Kriegs- und Rüstungsforschung nicht doch einen prominenten Platz im Wissenschaftsbetrieb einnehmen.

Chronik

München | Krieg beginnt hier – Ausbildungsmesse während SiKo gestört

Am Tag der Nato-Kriegskonferenz, am 4.2.12, störte das Antimilitaristische Bündnis München einen Infostand der Bundeswehr auf der stuzubi, der Ausbildungs- und Studenten-Messe in München.

4. Februar 2012

FFM | 76% stimmen für Zivilklausel an der Frankfurter Uni

Studierende der Universität Frankfurt stimmen für friedliche und zivile Lehre und Forschung 76,3% der Studierenden sprechen sich für die Aufnahme einer Zivilklausel in die Grundordnung der Goethe-Universität aus. Damit fordern sie die Universität auf, keine Kooperationen oder Drittmittelprojekte mit der Rüstungsindustrie oder der Bundeswehr einzugehen.

31. January 2012

Potsdam | Krieg beginnt hier: Universität markiert

"wir haben in der nacht auf den 2.11.11 die uni potsdam an zwei orten als institution markiert, an der militarisierung hoffähig gemacht wird. am campus neues palais und am campus griebnitzsee wurde der slogan „krieg beginnt hier“ gesprüht.

2. November 2011

Hamburg | Schwabinggrad-Ballett gegen Muse-und-Mörder-Treffen

Eingeladen zu dem Hamburger Symposium »Die Kunst der Intervention. Gesellschaftliche Eingriffe von Kunst, Politik und Militär« hatten die Hochschule für bildende Künste Hamburg (HfbK), die Universität der Bundeswehr und die Körber-Stiftung. Einen »Assoziationsraum zu eröffnen, zwischen militärischer und künstlerischer Praxis« sei die Idee des Manövers, erklärte Kurator Friedrich von Borries.

15. Juni 2011

Braunschweig | Kongress „Nein zur Militarisierung von Forschung und Lehre“

An über 40 deutschen Hochschulen wird Forschung für den Krieg betrieben. Der Einfluss der Militärs auf die akademische Lehre wächst. An ersten Hochschulen werden Lehrveranstaltungen von den Jugendoffizieren der Bundeswehr ausgerichtet. Rüstungskonzerne vergeben Forschungsarbeiten und finanzieren Stiftungsprofessuren.

28. May 2011 bis 29. May 2011

Erlangen | Aktion gegen Bundeswehr-Kapelle

Rund 35 junge Menschen folgten am Donnerstag, den 19.05. dem Aufruf der Linken und kritischen Student_Innen (LUKS) und der banda sinistra das "Wohltätigkeitskonzert" der BundeswehrBigBand kritisch zu begleiten. Auf der Zugangsstraße zum Konzertschauplatz, vor dem Schloß der Universität verteilten sie Flyer und wiesen mit einem Die-In auf die eigentliche Funktion "unseres" Militärs hin. (Bericht)

19. May 2011

Dresden | Protest gegen Rüstungsfirmen auf Firmenkontaktmesse

Nachdem schon im Januar der Industriekonzern ThyssenKrupp an der Dresdner Universität offensiv Werbung für Praktikas und Jobs in seinem Unternehmen gemacht hatte und das einige Studierende zum Anlass für Kritik genommen hatten, ist das Hörsaalzentrum seit gestern erneut Schauplatz des Protestes zahlreicher Studierender.

20. April 2011

Hamburg | Protest gegen Girls' Day bei der BW

Bundesweit konnten heute Schülerinnen ab der 5. Klasse für einen Tag in Ausbildungsberufe und Studiengänge in Technik, Informationstechnik, Handwerk und Naturwissenschaften reinschnuppern, die von Frauen immer noch eher selten gewählt werden. Seit 2003 nutzt auch die Bundeswehr den Girls' Day als Möglichkeit, Nachwuchs zu rekrutieren und um gesellschaftliche Akzeptanz zu werben

14. April 2011

Stuttgart | Bundeswehr auf der DIDACTA gestört

Vom 22. bis zum 26. Februar 2011 fand in Stuttgart mit 95.000 Besuchern die größte Bildungsmesse Europas statt. Wie fast bei jeder Bildungsmesse war auch diesmal wieder die Bundeswehr mit einem der größten Stände auf der Messe präsent.

24. Februar 2011

Oldenburg | „unehrenhafte“ Verabschiedung von Kriegsforscher Prof. Daxner

Heute haben ca. 20 Antimilitarist_innen die Abschiedsvorlesung von Prof. Daxner (Arbeitsstelle Interventionskultur) kurzzeitig gestört, um gegen dessen Beteiligung an militärischer Forschung zu protestieren.

10. Februar 2011

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