Köln | Keine Ruhe an der Heimatfront - Demonstration zum Wohnort des ehemaligen Oberst Klein

Samstag, 30. November 2013

Heute (Sa, 30.11.), folgten in Köln an die 100 AntimilitaristInnen einem Aufruf des Bündnissen "Tribunal gegen den Krieg", um Bundeswehrgeneral Georg Klein und alle Kriegstreiber und Kriegsprofiteure öffentlich in einem Tribunal anzuklagen. Klein ist verantwortlich für den Tod von 142 Zivilisten im Kunduz-Massaker in Afghanistan.

 

Ablauf

Das Tribunal startete um 11:30 Uhr am Frisenplatz. Dann wurde gemeinsam zum Park am Wohnort des Bundeswehrgenerals am "Rathenauerplatz 31 a" in Köln Süd gelaufen. Die kämpferische Demonstration stieß auf viel Zustimmung von Anwohnern und Passanten.

In Reden und Parolen wurde das Bombadement in der Nähe von Kunduz als Kriegsverbrechen gebranntmarkt. Außerdem wurde erläutert, wie westliche Imperialisten mit dem Afghanistankrieg ihre Profitinteressen sichern wollen - auch die deutschen Imperialisten mit ihrer Bundeswehr. Sie alle gehören auf die Anklagebank. Das Massaker in der Nähe von Kunduz zeigt beispielhaft, wie verbrecherisch dieser Krieg ist. Gleichzeitig wurde darauf hingewiesen wie der Deutsche Staat seine Kriegspolitik mit Militarisierung und Repression im Innland unterstützt. Die deutschen Kriegsprofiteure brauchen ein ruhiges Hinterland, in dem Leute sich nicht trauen gegen Kriege aufzustehen, ihnen passiv, gleichgültig oder zustimmend gegenüber stehen.

General Klein wurde nie für seine Verbrechen vor Gericht verurteilt, sondern nach dem Kunduz-Massaker sogar noch vom Oberst zum General befördert. Dadurch wird es zu unserer Aufgabe ihn und alle anderen Kriegsverbrecher öffentlich zu verurteilen.

Am Ende der Demonstration wurde nach dem Verlesen ihrer Namen den Opfern in einer Schweigeminute Gedacht. Ein großer Teil der Opfer sind Kinder und Jugendliche sowie Mütter und Väter. Viele der Toten sind Frauen. Im Park wurden Zettel mit den Namen der Opfer aufgehangen.

 

Hintergründe

Bundeswehrgeneral Georg Klein ist verantwortlich für das Massaker in der Nähe der afghanischen Stadt Kunduz (2009), bei dem  wissentlich 142 Zivilisten ermordet wurden und viele weitere verletzt. Zu einem von Taliban entführten und dann stecken gebliebenen Tanklaster liefen an diesem Tag Zivilisten aus der Umgebung, um Benzin abzuschöpfen. Georg Klein gab den Befehl sie zu bombardieren, obwohl die Bomberpiloten fünf mal darauf gedrängt hatten, die Zivilisten durch einen Tiefflug zu vertreiben. Die Frage "Wollen sie die Fahrzeuge oder die Leute treffen?" beantwortete er mit "Wir wollen versuchen, die Leute zu treffen". Diese Fakten sind durch die Veröffentlichung der Gesprächsprotokolle dieses Tages bekannt.

Weiter kämpfen!

Widerstand gegen den Afghanistankrieg wird noch lange Notwendig bleiben. Der in den Medien dargestellte Truppenabzug ist nur vorgegaukelt. Es werden nur Teile der Truppen abgezogen. Gleichzeitig werden Waffen und Geld u.a. aus Deutschland nach Afghanistan geliefert und Afghanen von u.a. Deutschen Militärs ausgebildet, um die Unterdrückung und Kontrolle der afghanischen Bevölkerung im Interesse der Westmächte auch nach einem Abzug der Truppen aufrecht zu erhalten.

 

Das Massaker in der Nähe von Kunduz hat an Aktualität noch dazu gewonnen, da gerade Familien der Opfer von Kunduz den Deutschen Staat auf Schadensersatz verklagen. Der nächste Prozesstermin ist am Mittwoch, 11.12, im Landgericht in Bonn. Es wird wieder Aktionen von Antimiliataristen geben. 

Kein Vergeben, kein Vergessen - Mörder haben Namen und Adressen!

Quelle: http://rote-aktion.org/

 

 

Aufruf zur Demonstration zum Wohnort des ehemaligen Oberst Klein

Am 4. September 2009 entschied der damalige Oberst Georg Klein, nun wohnhaft in Köln, 142 Menschen nahe der afghanischen Stadt Kunduz durch den Befehl eines Bombardements ermorden und viele weitere verletzen zu lassen.

Am 3. September 2009 um 15:30 Uhr afghanischer Ortszeit werden zwei Tanklaster von Taliban entführt, die kurz darauf im Schlamm stecken bleiben. Afghanische Zivilist*innen aus den umliegenden Dörfern beginnen, das Benzin aus den Tanklastern zu holen. Von den Tanklastern geht keine Gefahr aus, wie selbst die NATO bestätigt. Dennoch fordert Oberst Klein US-Bomber an. Die zwei von Klein angeforderten US-Bomberpiloten drängen fünf Mal darauf, diese unbewaffneten Zivilist*innen durch einen Tiefflug zu vertreiben, anstatt sie zu bombardieren. Dennoch gibt Georg Klein den Befehl, die Bomben abzuwerfen. Auf die Frage eines US-Bombers „Wollen Sie die Fahrzeuge oder die Leute treffen?“ läßt Klein funken „Wir wollen versuchen, die Leute zu treffen“. Georg Klein wird zum Mörder an 142 Menschen.

Alle Versuche, Georg Klein für dieses Kriegsverbrechen vor Gericht zu bringen, sind von verschiedenen deutschen Gerichten bislang abgewiesen worden. Von der Bundeswehr wurde er stattdessen zur ‘Belohnung’ zum General und Ausbilder befördert, bekam eine monatliche Gehaltserhöhung von ca. 700 €, und lebt und arbeitet seither unbehelligt in Köln. Klein wird so zum Vorbild für junge Soldatinnen und Soldaten gemacht.

Derzeit verklagen Familienangehörige von Getöten den deutschen Staat für das Verbrechen in Kunduz auf Schadensersatz. Unser Mitgefühl und unsere Solidarität gilt den Opfern des Verbrechens von Kunduz – und all jenen ungezählten Anderen, die in diesem und in anderen Kriegen ihr Leben, ihre Lieben und ihr Zuhause verloren haben. Denn jeder Krieg ist ein Verbrechen.

Die Verantwortung dafür, dass Kriege – in unserem Namen – geführt werden können, tragen wir alle. Dafür, dass Oberst Klein unbehelligt zum General befördert werden konnte, dafür, dass Rüstungsunternehmen weiter für die Ermordung von Menschen produzieren und Profite erzielen können, dass Jugendoffiziere an Schulen für das Töten werben können, sich die Bundeswehr auf Stadtfesten, auf Messen und im Werbe-Fernsehen als „Freidensbringer“ inszenieren kann. Dafür, dass Krieg immer mehr zum Normalzustand wird. Krieg – der hierzulande von der Mehrheit stillschweigend „in Kauf“ genommen wird – wird jedoch nicht immer nur die Anderen treffen. Eine der Aufgaben der derzeit aufgestellten Reservisten-Verbände (RSU) ist es, die „Ruhe“ an der Heimatfront durch originär militärische Aufgaben im Inneren, Aufstandsbekämpfung z.B., oder die Niederschlagung von Streiks, auch weiterhin zu gewährleisten.

Die politischen und persönlichen Verantwortungen für Krieg – für Tote und Verletzte, für zerstörte Lebensgrundlagen und Perspektiven auf ein anderes, besseres Leben – lassen sich benennen. Einer der Verantwortlichen heißt Georg Klein. Wir werden am 30. November vom Friesenplatz zum Rathenauplatz demonstrieren, um in der Nähe des Wohnorts Georg Kleins, stellvertretend für alle anderen Kriegsprofiteure, Entscheidungsträger und für jede*n schweigende*n Einzelne*n, deutlich zu machen:

Krieg beginnt hier – beenden wir ihn hier!

Beteiligt Euch an der Demonstration:

am Samstag, dem 30. November
um 11.30h am Friesenplatz (Köln)


https://tribunalgegendenkrieg.wordpress.com