Hamburg | Protest gegen BW Propaganda im Berufsinformationszentrum

Montag, 11. November 2013

Am Mon­tag (11.​11.) hat im Be­rufs­in­for­ma­ti­ons­zen­trum (BIZ) der „Agen­tur für Ar­beit Ham­burg“ zum wie­der­hol­ten Male eine Re­kru­tie­rungs-​ und Pro­pa­gan­da­ver­an­stal­tung der Bun­des­wehr statt­ge­fun­den. Der seit 29 Jah­ren die­nen­de Ka­pi­tän­leut­nant Meyer, Lei­ter des „Kar­rie­re­be­ra­tungs­bü­ros Ham­burg“, in­for­mier­te in sei­ner Funk­ti­on als „Kar­rie­re­be­ra­ter“ (frü­her „Wehr­dienst­be­ra­ter“) die etwa 30 In­ter­es­sen­ten über das Thema „Stu­di­um und Beruf – Of­fi­zier bei der Bun­des­wehr“.


Dazu kam es aber erst, nach­dem eine hohe Zahl von Mit­ar­bei­tern des ge­or­der­ten Si­cher­heits­per­so­nals eine Grup­pe von rund zehn Ak­ti­vis­tIn­nen hand­greif­lich aus dem BIZ ent­fernt und die Po­li­zei das Ge­bäu­de an der Kurt-​Schu­ma­cher-​Al­lee 16 um­stellt hatte. Zuvor woll­te der Kar­rie­re­be­ra­ter par­tout nicht auf die vor Ort ge­stell­ten Fra­gen ein­ge­hen, wie und wann man an Aus­lands­ein­sät­zen teil­neh­men könne. Ge­wieft soll­ten die kon­flikt­be­la­de­nen The­men um­schifft und die so­ge­nann­ten At­trak­ti­vi­täts­merk­ma­le der Bun­des­wehr, wie z.B. ein kos­ten­lo­ses Stu­di­um, be­wor­ben wer­den.


Damit so­fort er­kenn­bar wird, mit wem die „Agen­tur für Ar­beit“ pak­tiert, um junge Men­schen aus ihren Er­werbs­lo­sen­sta­tis­ti­ken zu strei­chen – oder sie erst gar nicht darin auf­neh­men zu müs­sen –, er­schien par­al­lel zur Wer­be­ver­an­stal­tung an der Fas­sa­de des BIZ ein Trans­pa­rent mit der Auf­schrift „Krieg be­ginnt hier. Kein Wer­ben fürs Töten und Ster­ben.“ (s. Fotos). Zudem ver­teil­ten ei­ni­ge en­ga­gier­te Kriegs­geg­ne­rIn­nen an die Be­su­che­rIn­nen des Ar­beits­amts Flyer mit auf­klä­ren­den In­for­ma­tio­nen über Sinn und Zweck der Bun­des­wehr-​Re­kla­me.


Der ra­bia­te Um­gang des BIZ und sei­nes Si­cher­heits­diensts mit Kri­ti­ke­rIn­nen ihrer mi­li­tär­freund­li­chen Po­li­tik der „Ar­beits­agen­tur“ ist keine Neu­ig­keit. Be­reits bei frü­he­ren – klei­ne­ren Pro­tes­ten kam es immer wie­der zu voll­kom­men un­ver­hält­nis­mä­ßi­gen Re­ak­tio­nen. Man kann davon aus­ge­hen, dass sich daran auch beim nächs­ten Be­such des Kar­rie­re­be­ra­ters im Ham­bur­ger Be­rufs­in­for­ma­ti­ons­zen­trum nichts än­dern wird, wenn auf Ein­la­dung von Ulf Kronsha­ge Ka­pi­täns­leut­nant Meyer am 27. Ja­nu­ar 2014 Men­schen­ma­te­ri­al für die Mann­schafts­lauf­bah­nen der Bun­des­wehr ein­sam­meln will.

Quelle: Krieg ist keine Berufsperspektive. Neuerlicher Protest gegen Bundeswehr-Propaganda im Hamburger Berufsinformationszentrum