Hamburg | Protest bei Bundeswehr Besuch im BIZ

Dienstag, 25. Juni 2013

Dem eigenen Selbstverständnis nach soll das Berufsinformationszentrum (BIZ) Hamburg Informationen „für alle, die vor einer beruflichen Entscheidung stehen oder einen Arbeits- oder Ausbildungsplatz suchen“, bereitstellen und „Jugendliche und Erwachsene bei der beruflichen Entscheidung unterstützen“.
Seit einigen Jahren verstehen die Verantwortlichen darunter auch, VertreterInnen der Bundeswehr einzuladen, damit diese im BIZ an der Kurt-Schumacher-Allee 16 für den Kriegsdienst Werbung machen und militärischen Nachwuchs ranschaffen können – als ob ein Einsatz an der Front in Afghanistan, am Horn von Afrika oder im Kosovo dasselbe ist wie die tägliche Lohnarbeit als Kfz-MechanikerIn, LehrerIn, KassiererIn oder KrankenpflegerIn.
Auch in diesem Jahr kam der örtliche „Karriereberater“ – bis vor kurzem hieß er noch Wehrdienstberater – ins Hamburger BIZ, um „interessierte Frauen und Männer ohne Altersbegrenzung“ für den „freiwilligen Wehrdienst“ und den Dienst als „Soldat auf Zeit“ zu „informieren“. Dabei versprechen die Militärs ein „breit gestreutes“, „abwechslungsreiches Tätigkeitsspektrum“ „in der Mannschaftslaufbahn“ bei – nicht zu vergessen – „attraktiver Bezahlung“ (siehe Foto).

Übersetzt heißt das in etwas soviel wie: Man muss bei uns auf den untersten Hierarchieebenen, auf denen man nichts zu melden hat, nicht immer monoton dasselbe machen, wird ziemlich sicher in den Krieg geschickt und bekommt dafür ein wenig mehr Geld als in einer normalen Ausbildung.


Der Einladung zur Veranstaltung ins Hamburger BIZ am 25. Juni folgten etwa 20 überwiegend junge Männer, die z.T. laut eigener Auskunft von ihren ArbeitsvermittlerInnen der Agentur für Arbeit und der Jobcenter dazu aufgefordert worden sind. In den Räumlichkeiten des BIZ hingen zahlreiche Werbeplakate (s. Foto). Das Bündnis „Bildung ohne Bundeswehr (BoB)“ verteilte vor den Eingängen des BIZ Flyer, um die BesucherInnen vor der Veranstaltung über die Folgen eines Dienstes bei der Bundeswehr für sich und für die Menschen, die von Kriegen betroffen sind, zu informieren. Während einige von ihnen entgegneten, dass es sich ohnehin nur um einen Pflichttermin handele und sie gar nicht zur Bundeswehr gehen wollten, reagierten andere schockiert über die Aussichten, andere Menschen töten zu müssen.

Quelle: http://bildungohnebundeswehr.blogsport.de/2013/06/28/die-bundeswehr-zu-b...