Gelungener Protest gegen das Militärspektakel in Breisach

Samstag, 15. Juni 2013

Für Menschen aus der Friedens- AntiAtom und Gewerkschaftsbewegung, für manchen Grünen und Linken, für Alte und Junge war der Aufmarsch der Deutsch Französischen Brigade am 15. Juni Anlass, ihre Stimmen für den Frieden zu erheben. Denn bei dieser Einrichtung handelt es sich nicht um einen Technischen Hilfsdienst, sondern um einen militärischen Großverband. Dazu bestimmt, Kriege zu führen. In aller Welt. In Reden und Rezitationen machten die Teilnehmerinnen auf ihr Anliegen aufmerksam, unterstützt wurden sie vom Liedermacher Wolfgang Gerbig. Als die teilweise waffentragenden Marschkolonnen des Militärs durch Breisach maschierten, halte ihnen der Ruf entgegen: Freunde brauchen keine Waffen! Frieden schaffen! Der Friedensrat Markgräflerland betont, dass der Protest gegen das Militärspektakel in Breisach gelungen sei, weil er dazu beigetragen habe, der Verharmlosung von Militär und Krieg entgegenzutreten. FesteFeiern ohne Militär 15. Juni 2013 in Breisach Freunde brauchen keine Waffen! - infos:http://www.friedensrat.org/pages/friedensrat/aktionen/festefeiern-ohne-m... PETITION:https://www.openpetition.de/petition/online/kein-militaerspektakel-am-15... Spenden an Uli Rodewald, Postbank Karlsruhe Konto 183354758 - BLZ 66010075 - Stichwort: Feiern ohne Militär http://www.friedensrat.org/ Friedensrat-Muellheim@gmx.de

 

 

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„Herzlich Willkommen allen Soldatinnen und Soldaten der Deutsch-Französischen Brigade.“ ( Bürgermeister der „Europastadt“ Breisach auf dem Marktplatz vor dem Vorbeischreiten der Deutsch-Französischen Brigade)

Am 15.Juni hat sich die Stadt Breisach ein Militärspektakel gegönnt, das nur schwer noch ekelhafter hätte sein können! Aufhänger zur Veranstaltung eines Deutsch-Französischen "Freundschaftsfestes" war der 50. Jahrestag des Elysée-Vertrages.

Von militärischen Institutionen mitveranstaltet wurde dem Fest vor allem durch die zentralen Auftritte der Deutsch-Französischen Brigade ein äußerst militaristischer Stempel aufgedrückt. Nicht die "Freundschaft" der beiden Staaten stand im Mittelpunkt, sondern vor allem ihre gemeinsame Kriegsbereitschaft. Abgesehen davon, dass ein nicht enden wollender Zug von Soldaten im Stechschritt durch die Straßen der Kleinstadt marschierte, war das Militär an diesem Tag überall in Breisach allgegenwärtig und regelte beispielsweise gemeinsam mit der Polizei den Verkehr. Egal ob sich die Bundeswehr bei Paraden und Gelöbnissen inszeniert oder in Flutregionen THW spielt und sich als Retter in der Not darstellt: Wir sind nicht bereit, die zunehmende Präsenz des Militärs im öffentlichen Raum und im gesellschaftlichen Alltag einfach so hinzunehmen!

 

Im Vorfeld waren in Breisach rund 500 Flyer verteilt worden, die zur lautstarken Beteiligung an der Kundgebung aufriefen.

 

Am Tag selbst fanden rund 50 Antimilitaristinnen und Antimilitaristen ihren Weg nach Breisach. Am Bahnhof angekommen liefen sie in Form einer Spontandemonstration zum Kundgebungsort, der wie sich später herausstellen sollte, etwas abseits der Strecke der Militärparade lag.

Die Zeit bis zum Beginn des „Defilées“ wurde dazu genutzt auf dem Markt Flyer zu verteilen, Schilder entlang der Route aufzuhängen, um das Bild von „humanitären Kriegseinsätzen“ zum Wanken zu bringen, einem Liedermacher zu lauschen und Redebeiträge zu halten.

Vereinzelt gelang es KriegsgegnerInnen auf dem mit Tribüne geschmückten und allerlei Schaulustigen gesäumten Marktplatz zu protestieren.

Schließlich verließ ein Großteil der GegendemonstrantInnen den mit Absperrgittern umstellten Kundgebungsort und begaben sich zur Route, da diese kurzerhand um die Kundgebung herum gelegt worden war. BlockiererInnen wurden rabiat von der Straße gedrängt. Am Rande des Aufzugs gelang es jedoch mit Kriegsgeräuschen, Parolen und Transparenten für eine angemessene Stimmung zu sorgen. Die Polizei ging hier bezeichnenderweise Hand in Hand mit den Feldjägern der Bundeswehr, äußerst unsanft gegen die AntimilitaristInnen vor und glänzte durch stetiges Filmen!

 

Nachdem das Militär sich verzogen hatten, führte ein Teil der KriegsgegnerInnen noch eine unangemeldete, aber von der Polizei begleitete Demonstration durch Breisach durch.

 

Emma Karlson, Sprecherin des AKM Freiburg, zieht Bilanz:

„In Breisach war ein großes Polizeiaufgebot präsent. Dass wir daher nur kurz blockieren konnten ärgert uns natürlich, spiegelte aber die Kräfteverhältnisse wieder. Aber es war nicht alles Käse am Tag: Wir haben zwei Demos durch Breisach durchführen können , die Mobilisierung ist in der Stadt präsent gewesen. Die Zusammenarbeit mit dem Friedensrat Markgräfler Land hat gut geklappt. Auch schafften wir es zumindest partiell das Geschwätz von humanitären Kriegseinsätzen zu durchbrechen. Selbstkritisch müssen wir allerdings feststellen, dass unsere Planungen nicht ausreichten. Wir hätte auf jeden Fall früher als gegen Ende der Strecke protestieren müssen oder kreativer vorgehen sollen. Damit wären wir vermutlich der Konfrontation mit den stark präsenten Cops und Feldjäger aus dem Weg gegangen! Leider müssen wir auch festhalten, dass das Klima in der Europastadt der Kriegstreiberei sehr wohlgesonnen war. Darüber hinaus hat unsere Mobilisierung auch nicht wie erhofft gezündet. Hier gilt es anzusetzen!“

 

Arbeitskreis gegen Krieg und Militarisierung (AKM) Freiburg.

a-km [ät] riseup.net

 

Unsere Aufrufe:

Kurzaufruf „Militärparade entgegentreten – Kein Militärspektakel in Breisach!“

Lärmaufruf „Wir lassen es scheppern: Gemeinsam gegen das Militärspektakel in Breisach!“

Aufruf „Kein Militärspektakel in Breisach!“

 

Presse:

Badische Zeitung vom 16.Juni: "1200 Soldaten feiern den Frieden“

Badische Zeitung vom 16.Juni: "Protest gegen das Militär beim Freundschaftsfest”

Badische Zeitung vom 12.Juni: "Protest gegen Militärparade”