Friedberg | Wernher-von-Braun-Gymnasium legt Namen ab

Montag, 16. December 2013
Das Wernher-von-Braun-Gymnasium in Friedberg zieht die Konsequenz aus der 
NS-Vergangenheit seines Namensgebers. Von Thomas Goßner 

Seit 1979 ist das Friedberger Gymnasium nach dem deutschen Weltraumpionier 
benannt. Doch die Person Wernher von Braun ist untrennbar mit den Verbrechen des 
Nationalsozialismus verbunden. Seit den 90er Jahren flammt die Debatte immer wieder auf
jetzt zieht das Wernher-von-Braun-Gymnasium in Friedberg die Konsequenzen. 
Die Schule will sich von ihrem Namensgeber trennen, der während des Dritten Reichs 
in Diensten der Nazis stand.

Die Schule reagiert mit dieser Entscheidung auf einen Beitrag, den das 
ARD-Magazin Kontraste am vergangenen Donnerstag ausgestrahlt hatte. Darín ging 
es um die Frage, ob und in welcher Weise sich Lehrer und Schüler mit dem 
schwierigen Namensgeber auseinandersetzen. Das Gymnasium sieht darin vor allem 
die Jugendlichen, die sich vor der Kamera äußerten, „in ein dermaßen schiefes 
Licht gerückt, dass wir uns zum sofortigen Handeln gezwungen sehen“, so eine 
gestern verbreitete Erklärung.

Entscheidung war erst später geplant
Eigentlich sollte die Entscheidung über den Schulnamen erst bis zu den 
Sommerferien fallen. Derzeit läuft intern eine Leitbilddiskussion zur Frage, ob 
sich der Name Wernher von Braun mit dem christlich-abendländischen 
Selbstverständnis eines Gymnasium als humanistischer Bildungseinrichtung 
vereinbaren lässt. Kultusminister Ludwig Spaenle (CSU) hatte diesen Prozess im 
Frühjahr angeregt, an seiner eigenen Haltung aber keinen Zweifel gelassen: Von 
Brauns sei untrennbar mit den Verbrechen des Nationalsozialismus verbunden.
Quelle: Online Friedberger Allgemeine, 16.12.2013