De Maizière über Jugendoffiziere an Schulen

Sonntag, 24. November 2013

Thomas de Maizière hat sich den Fragen von "Die Welt" gestellt: Der Verteidigungsminister über den Stellenwert von Jugendoffizieren und die manchmal schwierige Diskussionkultur an Universitäten. (Video)

Herr de Maiziérre warum befaßt sich der Koalitionsvertrag mit Jugendoffizieren ?

Die Jugendoffiziere werden eingeladen an Schulen - an den meisten Schulen, an vielen Schulen, aber nicht an allen. Und deswegen bin ich froh, daß wir in der Koalitionsvereinbarung gesagt haben, "Wir wollen, daß Jugendoffiziere auch an Schulen und Hochschulen über den Auftrag der Bundeswehr informieren können und streiten können. Wir freuen uns über viele solcher Einladungen." Das muß dann jetzt umgesetzt werden und wenn die kräftigen sozialdemokratischen Koalitionspartner der Zukunft das dann auch bei manchen zögerlichen Kollegen in den Ländern durchsetzen freut mich das sehr.

Was ist, wenn Schulen die Jugendoffiziere boykottieren ?

Wir haben entsprechende Vereinbarungen mit den Kultusministerien in einer Reihe von Ländern. Wir streben solche Vereinbarungen auch mit allen Ländern an, aber sie müssen auch mit Leben erfüllt werden. Es ist nicht so, daß die Jugendoffiziere auf Einladungen warten, sie haben mehr als genug, mehr als sie leisten können. Aber ein offener Boykott, eine offene Ausladung ist nicht hinzunehmen, und dafür brauchen wir öffentliche Unterstützung daß das nicht stattfindet und die Koalitionsvereinbarung stellt das jetzt sicher.

Ist der Verteidigungsminister immer an Universitäten willkommen ?

Ich habe an Universitäten diskutiert ohne Störungen, ich habe an Universitäten diskutiert mit ein bißchen Störung und Störungen so, daß ich nicht zu Wort kam.
Manchmal sind Universitäten ein raues Pflaster, vielleicht die Berliner Universitäten in besonderer Weise. Bißchen strubbelige Diskussionen kann ich auch aushalten. Ich werde das weiter tun, aber ich finde, zu einer Diskussionskultur an einer wissenschaftlichen Universität gehört auch, daß man sich ausreden läßt, zuhört, streitiges diskutiert und deswegen sollten das doch Universitäten tuen. Die Verweigerung eines Dialoges ist nicht universitär.

Qulle: http://www.welt.de/politik/deutschland/article122130487/De-Maiziere-uebe...