Bundeswehr-Vortrag an der Uni Bochum verhindert

Dienstag, 11. Juni 2013

Etwa 40 Studierende und Antimilitarist*innen verhinderten am Dienstag konsequent einen Vortrag der Bundeswehr an der RUB. Im Rahmen der „Firmenkontaktmesse bonding­“ wollte die BW-Recruiting-Abteilung neben einem ganztägigen Stand im Audimax-Foyer mit einem Vortrag in einem Mensa-Raum Studierende für eine „zivile Karriere“ ködern. Ein Widerspruch in sich, ist doch jede_r Beschäftigte letztlich direkt oder indirekt daran beteiligt, Kriege zu führen, voranzutreiben, zu verbessern oder zu legitimieren.

 

Die Bundeswehr - ein ganz normaler Arbeitgeber?

Dass die Bundeswehr in den letzten Jahren verstärkt „Nachwuchsförderung“ in Jobcentern, Schulen und Unis betreibt hat seinen Grund: Das Militär ist nicht besonders beliebt und nach dem Wegfall der Wehrpflicht wird es immer schwieriger, Menschen zu finden die bereit sind, Deutschland am Hindukusch oder anderswo zu „verteidigen“. Mit einem enormen Budget z.B. für TV- und Radiowerbespots, aber auch mit Messeständen wie an der RUB versucht die Bundeswehr ihr Imageproblem zu lösen. Immer dort wo die Bundeswehr ungestört agieren kann wird sie ihre Spielräume nutzen. Schlägt ihr Widerstand entgegen (im Idealfall begleitet von einer öffentlichen Diskussion um den Sinn ihrer selbst), geht die Rechnung nicht mehr auf. Dementsprechend ist die Bundeswehr z.B. auch längst nicht auf allen „bonding“-Messen bundesweit vertreten.

Militärische Spielräume konsequent eingeängt

Das Vorgehen der Bundeswehr an der RUB wurde in den letzten Jahren immer dreister: Trat diese bisher bereits unter dem Label verschiedener „Bundesämter“ bei der „bonding“-Messe in Erscheinung, macht sie nun keinen Hehl mehr daraus: „Bundeswehr“ nennt sich die Institution mit dem „krisensicheren Arbeitsplatz“. Doch bei einem Messestand sollte es in diesem Jahr nicht bleiben - darüberhinaus wollten die drei Herren der Recruiting-Abteilung einen Vortrag „Zivile Karriere in der Bundeswehr“ in einem Mensa-Veranstaltungsraum durchführen. Höchste Zeit also, dem Trend, die Bundeswehr an den Hochschulen als Normalität zu etablieren etwas entgegenzusetzen. Etwa 40 Menschen wollten sich die Militärpräsenz auf dem Campus nicht gefallen lassen und besetzten kurzerhand das Podium bzw. den vorderen Veranstaltungsraum, noch bevor der Vortrag beginnen konnte.

Polizei und Uni-Security schützen Bundeswehr?

Nachdem anfängliche Handgreiflichkeiten seitens der Campus-Security die Antimilitatist*innen nicht von ihrem Vorhaben abbringen konnten war schnell klar: einen Vortrag der Bundeswehr wird es hier nicht geben. Weder die gerufene, uniformierte Polizei noch die beiden im Saal anwesenden Staatsschützer mochten eingreifen - dies hätte auch sicher zu eine Eskalation der Situation beigetragen. Nach einer halben Stunde Parolen rufen und Flyer verteilen und Schnipsel werfen mussten die Referenten der BW dann unverrichteter Dinge abziehen. Im Anschluss gab es noch eine kleine Spontandemo durchs Mensa-Foyer zum Audimax, wo die Bundeswehr mit einem Messestand vertreten war. Auch hier kam es zu ein wenig Tumult, alles in allem ein sehr erfolreicher Tag. Zitat einer Aktivistin: „Wann immer die Bundeswehr kommt werden wir da sein“. Wir werden sehen. Antimilitaristischer Widerstand im Ruhrpott ist jedenfalls ausbaufähig, z.B. auf der „Berufsbildungsmesse Mittleres Ruhrgebiet” im Oktober in Bochum.

Soldaten sind Mörder - mit und ohne Uniform!
Sand ins Getriebe der militärischen Rekrutierungsmaschinerie!
Bundeswehr raus aus den Unis, Schulen, Arbeitsämtern, ...
Für eine freie und friedliche Uni! Her mit der Zivilklausel!
Krieg beginnt hier - stoppen wir ihn hier!

Die nächsten antimilitaristischen Termine in Bochum: