Bochum | Volkstrauertag - Bananen für die Bundeswehr

Sonntag, 17. November 2013

Seit 2012 mischen sich Bundeswehr und Vertriebenenverbände unter das offizielle Gedenken der Stadt Bochum zum "Volkstrauertag" bzw. dominieren dieses mangels anderen Teilnehmenden. Als Reaktion gab es in diesem Jahr verschiedene kleine aber feine Aktionen. Eine Gruppe von AktivistInnen trat als Bananen verkleidet bei der Zeremonie auf. Das Bochumer Friedensplenum kritisierte die Teilnahme von Militär und Vertriebenenverbänden mit  "Soldaten sind Täter" Schildern auf dem von der Stadt initiierten Gedenken.

 

Bananen-Satire am Volkstrauertag. Am Sonntag kam es in der Bochumer Innenstadt zu aufsehenerregenden Szenen. Aktivist_innen, die sich aus Protest als Bananen verkleidet hatten, legten ein Bündel Bananen neben dem Kranz der Bundeswehr-Reservisten nieder. Anschließend salutierten sie vor der teilnehmenden Bundeswehr. 


Aktivistin Marina Seszek erklärt: “Wir spielen hiermit auf ein Video der Marine an, in der sie den Seeweg für Bananen freischießt. Ausgerechnet den Inbegriff eines Kolonial-Produktes als Legitimation für Kriegseinsätze zu verwenden, ist zynisch.” Der Protest richte sich gegen die Teilnahme von Bundeswehr und revanchistischen Vertriebenen-Verbänden an dem Gedenktag. Soldat_innen seien immer noch Täter_innen, und keine Opfer. “Wer einen Gedenktag derart für Täterinnen und Täter besetzt, tritt das Gedenken an die Opfer zahlreicher Kriege und auch aktueller Bundeswehr-Einsätze mit Füßen”, so Seszek.


Marina Seszek wirbt für eine Teilnahme an der antirassistischen Demonstration am 30.11. in Bochum: “Der Weg für Bananen wird freigeschossen, während Menschen aus vielen Ländern des Südens dieser Weg mit militärischen Mitteln verwehrt wird. Wir lehnen die europäische Abschottungspolitik ab, während gleichzeitig europäische Interessen mit Soldaten verteidigt werden. Anlässlich der Einführung des neuen Hightech-Überwachungsprogramms Eurosur der EU zur Abwehr von Geflüchteten ist in Bochum eine antirassistische Demonstration geplant. Lasst uns zusammen für globale Bewegungsfreiheit und ein gutes Leben für alle auf die Straße gehen.