Berlin | Veranstaltung „Die Angeklagten erscheinen nicht“

Freitag, 27. May 2011

Bereits seit 11. November 2009 findet vor dem Militärgericht im italienischen Verona einer der letzten großen NS-Strafprozesse gegen ehemalige deutsche Wehrmachtsangehörige statt. Den neun Angeklagten wird vorgeworfen als Mitglieder der Fallschirmjäger-Panzerdivision „Hermann Göring“ im Frühjahr 1944 bei als „Partisanenbekämpfung“ getarnten Massakern in Norditalien über 400 ZivilistInnen ermordet zu haben.

Trotz der Schwere der Vorwürfe weigert sich Deutschland bis heute, Täter aus der NS-Zeit ohne ihr Einverständnis auszuliefern: „Die deutsche Regierung ist dafür verantwortlich, dass keine der im Ausland verurteilten NS-Täter jemals ihre Haftstrafen antreten müssen, sondern hier unbehelligt ihren Lebensabend genießen können“.

Ziel der Veranstaltung ist es, das Schweigen zu durchbrechen und über den Prozess im Vorfeld der Urteilsverkündung zu informieren. Es wird aufgezeigt, wie der aktuelle Prozess bislang verlaufen ist, welche Verbrechen den Angeklagten zur Last gelegt werden und wie sich angeklagte Wehrmachtssoldaten in vergangenen Prozessen abgesprochen haben – dokumentiert durch Abhörmaßnahmen. Die Veranstaltung geht aber auch auf die Gründe ein, die dazu geführt haben, dass die Prozesse in Italien so lange verschleppt wurden und in welchem politischen Klima sie stattfinden. (Bericht)