Berlin | Internationale Luft- Raumfahrtausstellung zum Abbruch bringen

Dienstag, 20. May 2014 bis Sonntag, 25. May 2014

Vom 20. bis 25. Mai 2014 findet in Berlin-Schönefeld die Internationale Luft-- Raumfahrt Ausstellung statt. Auch in diesem Jahr ist die Bundeswehr wieder die größte EinzelaustellerIn auf dem Gelände. Auf den Fachtagen geht es um Geschäftsabschlüsse für die Militärs, auf den BesucherInnentagen geht es um die Nachwuchsgewinnung. Zur Zeit finden die größten Militär-Manöver der NATO und Russlands seit dem Kalten-Krieg in Europa statt. Die Ukraine ist zerrissen und steht mitten in einem Bürgerkrieg an der Schwelle zu einem Internationalen Kriegsszenario. Wir erteilen der Militärshow in Berlin-Schönefeld eine Absage und rufen zu antimilitaristischen Aktionstagen auf, rund um das Flugfeld und auf dem Flugvorfeld mit den Ausstellungsflächen.             

 

 

 Frank-Walter Steinmeier lobte die diplomatische Strategie die schon in Syrien zum Erfolg geführt hatte vor einigen Tagen öffentlich, nachdem seine angeblichen OSZE-Offiziere wieder in Berlin gelandet waren. Diese dreiste Medienpropaganda macht uns erneut wütend. Nicht nur in Syrien, wo Mittlerweile über 40.000 Tote zu beklagen sind, hat die BRD Diplomatie einen Scheiss gebracht, außer das die Meldungen aus den Abendnachrichten verschwunden sind. Der Tod ist weiterhin allgegenwärtig in Syrien. „Allepo ist Vergangenheit“ titelte eine Zeitung vor kurzem. Das macht traurig und zugleich wütend.

 

Auch die Ukraine beschäftigt viele zur Zeit. Der Pogrom von Odessa, bei dem nach inoffiziellen Angaben bis zu 114 Menschen gestorben sein sollen, macht uns ebenfalls wütend. Wütend, da hier in den Medien das offensichtliche verschwiegen wird: es handelt sich um ein Kriegsverbrechen. So haben vermutlich AnhängerInnen des „rechten Sektor“, die „Leichen an Kopf und Händen mit Benzin übergossen, um die Identifizierung zu erschweren.“ Bei der Tat selber, schossen bewaffnete Männer auf Menschen im Gebäude die nach Luft schnappten, Menschen die es nach draußen schafften wurden teilweise zu Tode getreten. Ein solch abscheuliches Vorgehen, ist nach Völkerrecht strafbar, als Kriegsverbrechen im Völkerstrafrecht festgeschrieben. Auch wenn von offiziellen Seiten ein Krieg in der Ukraine als solcher, nicht als das Bezeichnet wird, finden hier kriegerische Auseinandersetzungen statt.

 

Die Internationale Luft-Raumfahrtausstellung ist ein Podium für diverse Rüstungsunternehmen von Rang und Namen. An den Fachtagen wird hier neuste Kriegstechnik vorgeführt und Kooperationen, Verträge und allerlei andere Zusammenarbeiten beschlossen. Auch wenn diese nicht mehr so martialisch daher kommt wie vor Jahrzehnten. Viele Logistik- und Transportflugzeuge überbieten sich in Größe und Kapazität. Schon jetzt wird gerne auf diese Spezialfirmen zurückgegriffen, wenn Truppen verlegt werden müssen, um als schnelle Eingreiftruppe irgendwo angebliche Freiheiten zu verteidigen. So nutzt die GSG9 seit neusten das Drehkreuz Leipzig-Halle, um mit Unterstützung von Zivil-Firmen die GSG9 innerhalb von 24h an jeden Punkt der Erde zu bringen, inkl. Logistikgerät. Der Flughafen Leipzig-Halle bleibt damit ein Logistigknotenpunkt für KriegslogistikerInnen.

 

Auch Flugdrohnen haben seit Jahren einen größeren Stellenwert auf der Internationalen Luft-Raumfahrtausstellung. Hier wird eine saubere und modere Kriegsführung präsentiert, die in der Praxis allerdings äußerst asymmetrisch und vor allem für Zivilisten todbringend ist. Auch wenn die Bundeswehr zur Zeit nur unbewaffnete Drohnen entwickelt, die militärische Bestückung ist für die Rüstungsindustrie ein Kinderspiel. Schon jetzt werden in der US Armee beispielsweise mehr Piloten für die Drohnensteuerung ausgebildet, als für konventionelle Kampfjets. Auf der ILA werden AusstellerInnen ihre Technologien präsentieren, zeigen wir ihnen was ihr „suaberer Krieg“ vor Ort anrichtet. Zeugen wir den BesucherInnen, von wo aus diese Kriege geführt werden, nämlich teilweise in ihrer Nachbarschaft. Ob in Stuttgart, Potsdam, Italien oder Belgien, markieren wir die Orte von denen aktiv in Europa Krieg geführt wird.

 

An den BesucherInnentagen liegt der Fokus der Bundeswehr vorallem bei der Rekrutierung von neuen MitarbeiterInnen, oder um es treffender auszudrücken: Bei der Rekrutierung von neuen SoldatInnen. Die Bundeswehr kämpft seit Abschaffung der Wehrpflicht mit massiven Personalproblemen. Die Hälfte aller Selbstverpflichteten springt in den ersten Monaten schon wieder in der Ausbildung ab und widmet sich lieber sinnvolleren Aufgaben. Bei der ILA ist  ein ganzer Öffentlichkeits-Stab anwesend und versucht junge Menschen zu ködern. Näher interessierte werden z.B. mit sog. Jugendoffizieren in Kontakt gebracht, die zu Besuchen bei der Truppe mit der ganzen Schulklasse animieren. Die Bundeswehr präsentiert sich hier als ganz normaler Arbeitgeber. Das es sich hier um eine tötende Truppe im Zweifel handelt, wird logischerweise ganz nach hinten angestellt. Viel mehr wird hier gelockt mit dem Besichtigen von Flugzeugen, Panzern bzw. Großgerät. Der ein oder andere Blick kann auch in Technikcontainer geworfen werden, wo extra abgestellte SoldatInnen von ihrem spannenden Alltag berichten sollen.

 

Wir erteilen dem Militär-Zirkus hiermit eine Absage und rufen dazu auf an den BesucherInnentagen die FeldjägerInnen ins schwitzen zu bringen. Wir schlagen dezentrale Aktionen vor, die auf dem weiträumigen Flugvorfeld zwischen den tausenden BesucherInnen kaum zu unterbinden sind. Alles was wir für unseren Protest brauchen können wir auf dem Gelände zweckentfremden. Außerhalb des Geländes können wir ebenfalls sichtbare Zeichen setzen, die im besten Falle den Flugbetrieb der Airshow unmöglich machen. Kleinere und Größere Feuer können für sichtbehinderung sorgen. Luftballons über dem Rollfeld verhindern ebenfalls die AirShow. Hier ist eure Kreativität gefragt. Lasst uns die Internationale Luft- und Raumfahrtausstellung auf den Boden der Tatsachen holen. Krieg beginnt hier! Wir werden dieses Spektakel nutzen, um Chaos in das Spektakel zu bringen.

Ob pink gefärbte Kampfjets, flitzende AktivistInnen auf dem Rollfeld, unbrauchbar gemachtem Kriegsgerät was unbewacht ist, oder markierte Bundeswehr und Politik-Prominenz. Die ILA bietet uns ungeahnte Möglichkeiten ein medienwirksames Zeichen zu setzen, gegen Krieg und Aufrüstung. Wir haben die Schnauze voll! Dem Kriegstreiben ein Ende setzen!

 

Krieg beginnt hier!

Internationale Luft- Raumfahrtausstellung zum Abbruch bringen!

 

Autonome AntimilitaristInnen

Quelle: https://linksunten.indymedia.org/en/node/113072