Asiens Militär rüstet auf - mit deutscher Hilfe

Mittwoch, 4. December 2013

Inmitten der politischen Spannungen um die von China eingerichtete Luftsicherheitszone im Ostchinesischen Meer wird ein milliardenschweres Rüstungsgeschäft zwischen einem deutschen Hersteller und einem Großkunden in Asien bekannt.

Danach hat Thyssen-Krupp vom Verteidigungsministerium in Singapur ein Großauftrag für den Bau von zwei U-Booten erhalten. Die Bestellung, die ein Volumen von rund 1 Milliarde Euro erreicht, hat die Kieler Werft von Thyssen-Krupp Marine Systems erhalten, teilte der Mischkonzern in Essen mit.

Erst Mitte November sorgte die Luftwaffe Südkoreas für Schlagzeilen, als sie den Zuschlag  für 40 hochmoderne Kampfflugzeuge an den amerikanischen Hersteller Lockheed Martin verkündete. Um den prestigeträchtigen Großauftrag im Gesamtwert von umgerechnet 5,8 Milliarden Euro hatte sich auch das europäische Eurofighter-Konsortium mit dem gleichnamigen Kampfflugzeug beworben. Allerdings ohne Erfolg.

Fachleute sehen die jüngste Serie an Großeinkäufen in Asien mit wachsender Sorge. Sie verweisen dabei nicht nur auf die Gefahr an politischen Spannungen aus dem aktuellen Inselstreit zwischen China, Japan und Südkorea. „Insgesamt ist diese Region enorm hochgerüstet“, sagte der Konfliktorscher Jan Grebe vom Institut „Bonn International Center for Conversion“ der F.A.Z.. Die politische Entscheidung für den U-Boot-Verkauf sei wahrscheinlich schon getroffen. „Dass die Bundesregierung in so einer Situation so ein Signal setzt, halte ich nicht für klug.“

Union und SPD haben sich in ihrem Koalitionsvertrag vorgenommen, Deutschland als maritimen Standort zu stärken. Militär-U-Boote können aber praktisch nur noch ins Ausland verkauft werden, weil die deutsche Marine auf absehbare Zeit keine Boote mehr bestellen wird.

Die Marine Singapurs ist seit Jahren ein Großkunde beim führenden U-Boot-Hersteller in Europa. Der Bau und die Wartung von Marine-Schiffen- und U-Booten steuert zusammen mit dem Anlagenbau gegenwärtig rund 660 Millionen Euro zum Vorsteuergewinn des Mischkonzerns bei. Neben U-Booten aus Deutschland greifen die Militärs in Singapur auch auf Kampfpanzer des Typs Leopard zurück, die von den Ausrüstern Krauss-Maffei Wegmann (KMW) und Rheinmetall in Düsseldorf gemeinsam produziert werden.

Quelle: http://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/unternehmen/u-boot-bestellung-asie...